Rosenblattwespe – natürliche Mittel helfen

Rosenblattwespen (Caliroa aethiops) sind gefürchtete Schädlinge. Sie verursachen ein Schadbild, das je nach Schwere des Befalls keinen schönen Anblick bietet und die Freude an den Rosen massiv stören kann. Meist kommt man aber ohne chemische Insektizide aus.

Die nur bis zu fünf Millimeter großen, schwarzen Insekten haben nicht die typische Wespentaille und können auch nicht stechen. Die Schäden durch Blattfraß werden nicht durch die erwachsenen Blattwespen, sondern durch ihre bis zu fünfzehn Millimeter großen Larven verursacht. Sie sind grün mit gelb-braunem Kopf. Nicht zu verwechseln mit der Rosenblattrollwespe, deren Larven sich in den zusammengerollten Blättern verstecken.

Schadbild der Rosenblattwespe

Mit ihrem typischen Schabefraß fressen die Larven das Blattgrün. Das Blatthäutchen bleibt zunächst intakt, was die deutlich sichtbaren, hellen Stellen auf der Oberseite des Laubblattes verursacht. Das Blatthäutchen fällt später heraus, was schließlich zur Durchlöcherung des Blattes führt. Daher nennt man den Schaden auch Fensterfraß. Die Blattadern bleiben bestehen und so ist am Ende nur noch das Skelett des Blattes übrig. Die Larven der Rosenblattwespe richten ein sehr unschönes Bild an. Wenn man erste Fraßspuren erkennt, ist daher ein schnelles Handeln wichtig, da die Rosen sonst nicht nur unansehnlich werden, sondern auch das Wachstum und die Blüte beeinträchtigt sind. Durch die zerfressenen Blätter fehlen den Rosen Flächen zur Assimilation, wodurch sie geschwächt werden.

Das Schadbild der Rosenblattwespe zeigt sich zu Beginn in hellen Flecken auf der Blattoberseite und endet schließlich in einem vollständig skelettiertem Blatt.

Entwicklungszyklus der Rosenblattwespe

Im Mai schlüpft die Rosenblattwespe und legt ihre Eier auf dem Laub der Rose ab. Die Larven verpuppen sich nach 4 bis 5 Wochen in einem Kokon an den Blättern oder im Boden. Die Wespen schlüpfen 2 bis 3 Wochen später (Juli – August) und erzeugen eine zweite Generation. Die größten Schäden sieht man von Mai bis August.  Insbesondere die zweite Generation führt  ab Juli zum gefürchteten Kahlfraß. Die Larven dieser zweiten Generation fressen im August und September an den Rosen. Sie lassen sich dann fallen und überwintern in ihrem Kokon im Boden, weshalb die Vernichtung der Larven durch eine Bearbeitung des Bodens im Herbst wichtig ist. Gründliches Harken und das Gießen mit einem für die Larven unverträglichem Mittel, sind angeraten, sonst beginnt im nächsten Jahr der Zyklus erneut und die Wespen schlüpfen im Mai aus den überwinterten Larven.

Am besten vorbeugen

Vieles kann man schon vorbeugend tun, um eine Rose in ihrer Widerstandskraft zu stärken und so bestmöglich vor Schädlingen zu schützen.

Kauf, Pflanzung und Düngung

Für jeden Standort gibt es eine passende Rose. Dies schon beim Kauf zu berücksichtigen, erspart viele Enttäuschungen. Auch eine dem Boden angepasste Düngung zum richtigen Zeitpunkt hilft, eine Rose gesund und kräftig zu halten. Möchte man eine neue Rose dort pflanzen, wo über lange Zeit schon eine Rose stand, könnte eine sogenannte Bodenmüdigkeit vorliegen und man sollte einen großzügigen Erdaustausch vornehmen.

ADR-Rosen

Bei Neukauf, speziell wenn die Rose im Containertopf gehalten werden soll, lohnt es sich aber dennoch, sich für eine besonders widerstandskräftige Sorte zu entscheiden. Mit dem ADR-Siegel (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung) werden Rosen ausgezeichnet, die besonders robust und vital sind. 1948 rief der Rosenzüchter Wilhelm Kordes II diese Qualitätsprüfung ins Leben. Seither prüft ein Experten-Gremium nach strengen Regeln neue Rosenzüchtungen im Hinblick auf Widerstandskraft gegenüber Blattkrankheiten (Mehltau, Rost und Sternrußtau) und Pflegeaufwand, aber auch hinsichtlich Zierwert und Winterhärte. Es gibt zwölf Prüfgärten, die über ganz Deutschland verteilt sind. Dort werden die Rosen unter verschiedenen Klima- und Bodenbedingungen über 3 Jahre hinweg beobachtet. Während dieser gesamten Prüfdauer werden keine Fungizide eingesetzt. Rosensorten, die die gesetzten Standards erfüllen, dürfen für 15 Jahre das Gütezeichen ADR für sehr blattgesunde, widerstandsfähige, wuchs- und blühfreudige Sorten tragen. Nach Ablauf dieser Zeit können der Züchter die Rose für eine erneute dreijährige Prüfung anmelden.

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Mit einer durch ADR geprüften Rose bekommt man also eine schöne, gesunde und pflegeleichte Sorte, mit der die Chancen für eine gesunde Rose mit üppiger Blüte sehr gut stehen. Einen Überblick über alle derzeit mit dem Gütesiegel ausgezeichneten Rosen findet man auf der Internetseite ADR Rose.

Rückschnitt

Der unverzichtbare Rückschnitt trägt ebenfalls dazu bei, dass eine Rose stark und gesund wächst. Besonders durch einen zeitigen Frühjahrsschnitt können die Schädlinge, die dann oft schon an Blättern, Knospen und Trieben sitzen, frühzeitig entfernt werden.

Stärkung der Rose

Im privaten Garten oder auf Balkon und Terrasse kommt man meistens ohne chemische Insektizide aus. Wichtig ist es, die Rosen ab dem ersten Austrieb optimal zu stärken. Als Basis zur allgemeinen Kräftigung hat es sich bewährt, sie alle 1 bis 2 Wochen mit Ackerschachtelhalmsud oder Brennesselbrühe zu spritzen. Auch Gießen mit Algenpräparaten macht Rosen stärker und somit auch gegen die Rosenblattwespe weniger anfällig.

Ackerschachtelhalm

Kräuterauszüge und Kräuterjauchen sind von jeher probate Mittel im Garten. Um Rosen zu stärken und so ihre Abwehr gegen Schädlinge und Krankheiten zu erhöhen, ist Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), auch als Zinnkraut bekannt, ein zuverlässiges Mittel. Vorbeugend alle 1 bis 2 Wochen mit dem Sud spritzen. Durch die enthaltene Kieselsäure werden die Rosen gestärkt, was auch Pilzkrankheiten vorbeugt. Für eine einfache Brühe den kleingeschnittenen Ackerschachtelhalm 30 Minuten köcheln und danach abseihen. Im Unterschied zur Brühe wird die Jauche kalt angesetzt und durchläuft einen Gärprozess von mindestens zwei, besser drei Wochen. Dadurch ist ene Jauche intensiver und besser als Dünger zum Gießen geeignet. Die Brühe sollte man vor dem Spritzen gut filtern (Kaffee- oder Teefilter), damit die Spritzdüse nicht verstopft. Ackerschachtelhalm kann man auch als fertige Zubereitung kaufen, wie zum Beispiel Dr. Stähler Ackerschachtelhalm Extrakt 

Bekämpfung der Rosenblattwespe

Im privaten Garten oder auf Balkon und Terrasse kommt man meistens ohne chemische Insektizide aus.

Absammeln der Larven

Kommt man von allen Seiten gut an die Rosen heran, kann man bei bereits vorhandenen Larven, aber noch überschaubarem Schaden, diese einfach absammeln. Das ist sicher das mildeste Hausmittel. Allerdings ist das nicht immer möglich, da man z.B. bei Kletterrosen oder Ramblern gar nicht überall herankommt. Bei größerem Befall sollte ein Zurückschneiden der befallenen Triebe erfolgen. Wichtig: Die befallenen Blätter immer über den Hausmüll entsorgen, nie auf den Kompost geben, da dort die Larven überleben.

Larve der Rosenblattwespe
Larve der Rosenblattwespe

Neem

Das stark riechende Neemöl ist ein erprobtes Mitteln zur Schädlingsbekämpfung. Man gibt es ins Gieß- oder Spritzwasser.  Neemöl ist bienenfreundlich, für den ökologischen Landbau zugelassen und wird auch in verschiedenen Kosmetikprodukten eingesetzt. Man kann es gießen und spritzen. Da sich das Öl nicht gut mit Wasser vermischt, sollte ein Emulgator zugesetzt werden, damit die Neem-Wasser-Mischung gut auf den Blättern haftet. Beim Gießen ist ein Emulgator nicht wichtig. Das Öl aus den Samen des Neembaums lässt sich einfach anwenden und kann ebenfalls in verschiedenen Zubereitungen bereits mit Rimulgan (Emulgator) fertig gekauft werden z.B.: wesentlich. Neemöl mit Emulgator 1000ml - fertig gemischt für sofortige Anwendung 

Das Neemöl sollte möglichst gleich zu Beginn eines Befalls morgens oder abends auf die Blätter bis zur sichtbaren Benetzung ausgebracht werden, Besonders müssen auch die Blattunterseiten benetzt werden, da dort die Larven sitzen. Besonders in den noch jungen Entwicklungsstadien der Schadinsekten erzielt am die beste Wirkung. Die Larven sterben jedoch nicht sofort ab, hören aber auf zu fressen und gehen daher innerhalb einiger Tage ein.  Durch Gießen mit Neemöl werden die Rosen zudem über die Wurzeln gestärkt.

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Ätherische Öle

Das Wissen über die Wirkung ätherischer Öle für Wohlbefinden und Gesundheit bei Menschen ist inzwischen weit verbreitet. Dass sie auch im Garten gute Dienste tun, wissen neben den Freunden der Aromatherapie nur wenige. Aber Pflanzen schützen sich von Natur aus selbst durch ätherische Öle gegen Krankheiten und Schädlinge, so liegt es nahe, sie auch auf diese Art bei der Insektenabwehr zu unterstützen. Schadinsekten und Krankheitserreger befallen vor allem geschwächte Pflanzen. Die verschiedenen ätherischen Öle wirken unterschiedlich auf Blüte, Blatt und Wurzeln und stärken so den Stoffwechsel der Rosen.

Mit dem Einsatz eines selbst hergestellten Pflanzenschutzmittel aus einer Mischung ätherischer Öle kann man häufig herkömmliche Insektizide ersetzen. So wehren z.B. Teebaumöl und Lavendelöl beissende und saugende Insekten wie z.B. die Larven der Rosenblattwespe ab. Wenn kein Lösungsvermittler zur Hand ist, kann man sich auch mit einem Spritzer Geschirrspülmittel helfen.

Eine Mischung aus Teebaum, Lavendel und Zeder zu gleichen Teilen kann mit Neemöl ergänzt werden. Zum Spritzen in 1 Liter Wasser ca. 10 Tropfen dieser Mischung und ein paar Tropfen Lösungsvermittler, Spülmittel oder Schmierseife dazugeben. Optional erhöht 1 Teelöffel feinste Tonerde zusätzlich die Haftung auf den Blättern. Gut schütteln. Bei akutem Befall alle 2 bis 3 Tage anwenden. Wer sich nicht sofort mehrere Öle kaufen möchte, kann mit Lavendelöl starten oder eine bereits fertige Mischung erwerben. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet dazu interessante Bücher.

Chemische Insektizide

Im schlimmsten Fall bleibt zur Rettung der Rosen nur ein Insektizid gegen beissende und saugende Schädlinge, z.B. Spruzit von Neudorff . Unverzichtbar ist aber in jedem Fall auch hier die Bearbeitung des Bodens im Herbst, damit die sich dort befindenden Larven nicht überwintern. Sonst schlüpfen im Mai die erwachsenen Rosenblattwespen und legen erneut ihre Eier auf den Blättern ab und die Schädlinge starten erneut ihren Kahlfraß.

Fazit

Auch bei Schädlingsbefall die Ruhe bewahren. Rosen sind im Grunde starke Pflanzen, die so schnell nichts umwirft. Im Container brauchen sie allerdings etwas mehr Pflege, Dünger und Stärkung als wenn sie im Garten eingepflanzt sind. Das trifft auch zu, wenn die Rose im Container auf Balkon oder Terrasse keinen optimal sonnigen Standort hat. Aber mit sinnvoller Unterstützung der Widerstandskraft, einem guten Rückschnitt ist eine Rose Schädlingen in aller Regel gewachsen.

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