Schnittrosen länger frisch halten mit Homöopathie – Interview mit Christiane Maute

Christiane Maute ist Heilpraktikerin und Homöopathin und seit 1998 in eigener Praxis in Friedrichshafen am Bodensee tätig. Sie ist eine Pionierin auf dem Gebiet der Pflanzenhomöopathie und Buchautorin. Seit 2014 bietet sie zusammen mit ihrer Tochter auch individuelle Telefon- und E-Mail-Beratung zur Anwendung von Homöopathie bei Pflanzenproblemen an.

Frau Maute, Sie sind Klassische Homöopathin und behandeln in Ihrer täglichen Praxis eigentlich Menschen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit Ihrem homöopathischen Wissen auch den Pflanzen zu helfen?

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Christiane Maute:
Diese Geschichte habe ich schon oft erzählt: Beim Austopfen fiel mir ein blühender Rittersporn auf die Terrassenplatten und der Haupttrieb brach fast ab, d.h., er hing noch an einzelnen Pflanzenfäden. Sie können sich vorstellen, wie ärgerlich ich über meine Ungeschicklichkeit war. Da kam mir die Idee, eine „Schubladenverordnung“ der Homöopathie anzuwenden, nämlich Arnica. Arnica nimmt man bei Folgen von Stoß, Schlag oder Fall, also auch nach großen Unfällen oder Blutungen. Ich setzte den Rittersporn ein, übergoß ihn mit 6 Globuli Arnica C 200, die ich in 10 Liter Wasser aufgelöst und kräftig verrührt hatte. Am nächsten Tag stand der Haupttrieb aufgerichtet da, man sah noch einige dunklere Verletzungsspuren, aber er blühte weiter. Das hat mich schon gewundert. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob sich die Pflanze nicht von alleine auch „repariert“ hätte, denn Pflanzen haben ja eine große Regenerationskraft.  Dieses kleine „Unglück“ war meine Initialzündung, Homöopathie für Pflanzen anzuwenden.

In meiner Rezension zu „Homöopathie für Rosen“ hier auf rosenenergie.de habe ich Ihr wunderbares Buch ja auch besonders denjenigen empfohlen, die Rosenblütenblätter auch in der Küche, Kosmetik oder Heilanwendung nutzen möchten. Homöopathie ist da eine sehr schöne Möglichkeit, ohne Chemie auszukommen. Wie kann man sich überhaupt erklären, dass homöopathische Arzneimittel auch bei Pflanzen wirken?

Christiane Maute: Es ist einfach logisch, denn Pflanzen sind Lebewesen wie Menschen und Tiere. Allerdings benötigte ich eine zeitlang, um diese einfache Logik zu verinnerlichen und zu begreifen. Ich finde, das Einfache ist immer das Geniale – oft denken wir zu kompliziert. Ich nehme mich da nicht aus.
Dass Pflanzen Lebewesen sind und sicherlich auch Informationen weitergeben, kann man ja noch nicht wirklich beweisen. Ein einfaches Beispiel, dass Informationen im Pflanzenreich weitergegeben werden, ist Folgendes für mich: Wir wissen seit sehr langer Zeit, dass Pflanzen z.B. gute und schlechte Nachbarn untereinander sind und sich so gegenseitig schützen. Es gibt auch Beispiele, dass sich eine Pflanze regelrecht opfert und sämtliche Schädlinge anzieht, um die übrigen Pflanzen vor Schädlingsbefall zu verschonen. Was findet da statt? Ganz sicherlich ein ganz „leiser“ Informationsaustausch.

Mich interessiert natürlich auch immer, wie und wann jemand zum Rosenliebhaber bzw. zur Rosenliebhaberin geworden ist. Gab es diese Anziehung schon in Ihrer Kindheit und Jugend, vielleicht im Garten der Großeltern oder ist es eher eine späte Liebe?

Christiane Maute: Ich wuchs als Kind in einer Großstadt auf und Pflanzen waren für mich kein Thema, sie interessierten mich nicht – es war halt grün. Meine Eltern waren heimatvertriebene Bauern aus dem Sudetenland und mein Vater experimentierte in seiner Heimat gerne mit Pflanzen. Nach dem Krieg war meine Familie eine zeitlang in Mittelfranken untergebracht, und dort veredelte mein Vater viele Wildrosen und Kirschbäume an den Waldrändern. So blühten im eher kargen Mittelfranken dann plötzlich Gloria Dei-Rosen und knackige Süßkirschen konnten am Wald geerntet werden. Im November 2014 besuchte ich dieses Dorf; einige alte Menschen erzählten mir bei meinem Besuch voller Begeisterung, wie schön und besonders das damals war.

Rosen hatten wir in unserem Hausgarten – die wurden eher etwas stiefmütterlich behandelt. Das Rosenfieber packte mich erst richtig, als mich der Narayana-Verlag bat, ein „homöopathisches Rosenbuch“ zu schreiben. Ich recherchierte sehr intensiv dafür und staunte über die unzähligen Blütenformen, Farben und Rosendüfte. Besonders faszinierte meinen Mann und mich der Rosengarten auf der Insel Mainau im Bodensee. Dort anzukommen, völlig von Rosenduft eingehüllt zu werden und diese „Königinnen“ zu sehen, ist unvergleichlich. Also eine späte, aber intensive Liebe.

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Christiane Maute, Homöopathin und Rosenliebhaberin, behandelt Rosenkrankheiten erfolgreich mit HomöopathieBildnachweis

In Ihrem Buch geht es um die Gesunderhaltung von Rosen im Garten bzw. um die Behandlung von Rosenkrankheiten. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit Ihren Tipps bei Staunässe gemacht. Heute interessiert mich, ob Sie auch homöopathische Unterstützung für Schnittrosen kennen. Bräuchten Schnittrosen nicht grundsätzlich erst einmal ein Mittel gegen den Schock des Schnittes?

Christiane Maute: Man könnte da an Aconitum C 200 als Schockmittel denken. Man muß jedoch bedenken, dass Schnittrosen ja bereits „tot“ sind, weil die Leitungsbahnen gekappt wurden – also ist es möglich, dass hier die Homöopathie eben nicht so gut wirkt, denn sie wirkt nur am lebenden Objekt.
Um das heraus zu finden, habe ich einen kleinen Schnittrosen-Versuch mit sechs gleichen Vasen bei gleichen Bedingungen mit unterschiedlichen homöopathischen Arzneipräparaten gemacht. Dieser fiel allerdings nicht so überzeugend aus, wie ich mir das gewünscht hätte. Kein homöopathisches Arzneipräparat hat mich völlig überzeugt. Die mit Arnica C 200 und Staphisagria C 200 behandelten Rosen waren am längsten schön, aber nicht wirklich herausragend erkennbar. Ich werde jedoch nicht aufgeben und natürlich weitere Versuche machen. Mit Tulpen habe ich letztes Jahr Versuche gemacht – da waren die Resultate eindeutig sichtbar.

Gibt es darüber hinaus noch einen homöopathischen Tipp, eine sog. bewährte Anwendung vielleicht, als Alternative zu den üblichen Frischhaltemitteln für Schnittrosen vom Floristen, um sie grundsätzlich zu stärken und so in der Vase länger frisch zu halten?

Christiane Maute: Aufgrund meines „Mini-Versuches“ könnte man 4 Globuli Arnica C 200 oder Staphisagria C 200 anwenden. Es würde mich sehr freuen, wenn viele Menschen ebenfalls Versuche mit Schnittrosen machen würden und uns die Erfahrungen zukommen lassen könnten – möglichst mit Foto.
Zum Thema Frischhaltemittel: Ich hatte nie den Eindruck, daß das Frischhaltegranulat Blumen wirklich länger frisch hält.

Und noch ein nicht-homöopathischer Tipp:
Saubere Vasen, täglicher Wasserwechsel und tägliches Anschneiden mit sauberem Werkzeug
sind Grundbedingung.

Mancher Rosenstrauß lässt vorzeitig die Köpfe hängen, weil er entweder einmal kurzzeitig zu wenig Wasser oder im Winter zu viel Kälte abbekommen hat. Kann man solche Schocks überhaupt noch auffangen?

Christiane Maute: Bei Pflanzen im Freiland funktioniert das wunderbar mit Aconitum C 200 oder Belladonna C 200 – die Mittel, die man nach Erfrierungen, Kälte und Vertrocknung einsetzt. Die behandelten Pflanzen oder Rosen werfen nach der Behandlung die erfrorenen Blätter oder Blüten ab – und treiben in den meisten Fällen neu und gesund aus. Viele Schnittrosen erleiden durch den Transport Erfrierungen. Das wäre doch einen Versuch wert, die beiden Mittel anzuwenden. Auf jeden Fall spannend, oder?

Manchmal hat man Pech und einige Rosenknospen waren beim Kauf noch nicht weit genug geöffnet und öffnen sich nun in der Vase nicht mehr. Da ist dann natürlich die Enttäuschung groß. Gibt es ein Mittel, das das Öffnen der Knospen unterstützt?

Christiane Maute: Vor ungefähr zwei Jahren wollte eine Orchidee fast ein Jahr lang ihre Knospen nicht öffnen. Da gab ich Phosphorus C 200 und innerhalb einer Woche zeigte sie ihre Schönheit, die sich fast ein Jahr lang knospig verweigert hatte. Ich werde das bei Schnittrosen noch ausprobieren.

Wie sieht es aus, wenn jemand schon eine umfangreiche homöopathische Hausapotheke zu Hause und die benötigten Mittel vorrätig hat? Kann er auch eine andere Potenz des empfohlenen Mittels einsetzen?

Christiane Maute: Natürlich. Man muß jedoch wissen, dass die D-Potenzen eher wie Dünger wirken, während ich die C-Potenzen gerne bei Krankheiten oder Schädlingsbefall einsetze. Die C-Potenzen sind da effektiver und länger anhaltend und man benötigt davon nur sehr wenig Kügelchen.

Reicht es aus, einfach ein paar der angezeigten Globuli ins Vasenwasser zu geben und zu warten, bis sich die Kügelchen aufgelöst haben?

Christiane Maute: Ja. Wichtig ist jedoch, anschließend mit einem Holz-, Plastik-, Keramik-, oder Porzellanlöffel kräftig umzurühren. Dann erst werden die Rosen ins Wasser gestellt.

Verraten Sie uns zum Schluss Ihr beeindruckendstes Erlebnis mit der Homöopathie für Rosen?

Christiane Maute: Es gab viele beeindruckende Erlebnisse. Ein besonderes Erlebnis war die erste Behandlung einer blattlausgeplagten Rose mit Cimicifuga C 30. Nach zwei Tagen sah man kaum noch die grün-roten Blattläuse. Und eine einzige Behandlung hielt ungefähr vier Wochen an. Was mich dabei immer wieder erstaunt: Man sieht kaum tote Blattläuse nach dem Übergießen mit dem Homöopathikum. Das ist auch der Fall bei anderen Schädlingen. Wohin verziehen diese sich?

Oder erinnern Sie sich an 2014: Ein richtiges Mehltaujahr für die Rosen, weil es bei uns im Süden Deutschlands fast nur geregnet hatte, bis in den Hochsommer hinein. Da wirkten Silicea C 200 und Thuja C 200 sehr zügig.

Ein weiteres Erlebnis, das jedoch noch nicht ganz „fertigerlebt“ ist: Aus Norddeutschland rief eine Kundin um Hilfe. Ihre langjährige, geliebte Rose hatte etwas Eigenartiges – lange, dünne Triebe, die aussahen, wie ein Besen, der vom Sturm zerzaust worden war. Das ist die „Witches broom“ oder „Hexenbesen-Krankheit“, eine neue Krankheit, die aus Übersee zu uns geschwappt ist; sie befällt nicht nur Rosen. Die Experten raten zur sofortigen Rodung, weil sie sehr ansteckend und nicht behandelbar ist. Meine Tochter und ich hatten vermutet, dass zuvor zur Unkrautbekämpfung ein glyphosathaltiges Mittel eingesetzt worden war und die Kundin bestätigte das. Wir ließen die Rose stark zurückschneiden und die Triebe verbrennen. Außerdem wurde ein kleiner Teil der Erde ausgetauscht. Anschließend setzten wir Nux vomica C 30 ein, um dieses chemische Gift auszuleiten. Dann kamen noch einige weitere stärkende homöopathische Arzneipräparate zum Einsatz. Die Rose erholte sich und begann zu blühen. Nun sind wir gespannt, wie sie dieses Jahr aussieht.

Ich finde, dass chemische Pflanzenschutzmittel im Hausgarten nichts zu suchen haben. Wir haben eine Verantwortung für unsere wunderschöne Welt.

Ein sehr positiver Effekt der homöopathischen Behandlung von Rosen oder anderen Pflanzen ist, dass wir sehr oft sehen, dass unsere Behandlung über sehr lange Zeit wirkt. Dafür gibt es ein wunderschönes neues Wort: Nachhaltigkeit.

Frau Maute, herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit für meine Fragen genommen haben!

Das Interview wurde am 27. März 2015 geführt.


Buch: Homöopathie für Rosen
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Homöopathie für Rosen
von Christiane Maute
(für mehr Informationen bitte auf das Buchcover klicken)

Wer sich lieber persönlich von Christiane Maute und ihrer Tochter Cornelia Maute über den Einsatz von homöopathischen Mitteln beraten lassen möchte, kann für eine Telefon- oder E-Mail-Beratung über ihre Internetseite Kontakt aufnehmen:

www.maute-pflanzenhomöopathie.de